Während wir Menschen uns mit gekühlten Räumen, viel Wasser und allerlei Tipps und Tricks vor der Hitze schützen, sind Abermillionen Tiere ihr schutzlos ausgeliefert.
Sie werden auf enge Ladeflächen gepfercht, oft ohne Klimatisierung und ohne ausreichend Wasser. Während in Deutschland und weiten Teilen Europas die Temperaturen dieser Tage auf über 40 Grad klettern, werden gleichzeitig Tausende Rinder und Schafe in Richtung Naher Osten, Nordafrika und Zentralasien gefahren – in Regionen, in denen es noch heißer ist. Das ist tierschutzrechtlich nicht zu rechtfertigen.
Ein Flickenteppich aus Regelungen
Die rechtlichen Vorgaben sind lückenhaft und uneinheitlich. Transportbeschränkungen bei Hitze gelten beispielsweise nur für innerstaatliche Schlachttransporte, befiederte Tiere sind davon ausgenommen. Hinzu kommen unterschiedliche Bestimmungen der einzelnen Bundesländer. Wirksamer Schutz sieht anders aus.
Deutschland muss national handeln
Da bei der Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung nach wie vor keine Einigung erzielt werden konnte, muss Deutschland dringend national handeln. Das grüne Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen hat im April einen Erlass auf den Weg gebracht, wonach spätestens ab vorausgesagten 30 Grad Celsius die Abfertigung eines langen Transportes von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen, bei dem keine aktive Kühlmöglichkeit besteht, zu versagen ist.
Was es braucht, ist eine vergleichbare Regelung auf Bundesebene, die ausnahmslos alle Tiere wirksam vor Hitze schützt. Grundsätzlich fordern wir Grüne darüber hinaus ein Verbot der Ausfuhren von Lebendtieren in Drittländer über lange Beförderungsstrecken – sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg.
Auch im Stall fehlen Grenzwerte
Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch in deutschen Ställen bis heute konkrete gesetzliche Grenzwerte fehlen, ab wann Haltungsbedingungen bei Hitze als tierschutzwidrig gelten. Ebenso fehlt eine verbindliche Pflicht der Halter*innen, durch Hitzeschutzkonzepte aktiv Abhilfe zu schaffen. Aufgrund der immer extremeren Temperaturen muss hier dringend gesetzlich nachgebessert werden.